Uwe Rausch Still der Dinge harren Fotos 2.52/5 (11)

Die Schwarz-Weiß-Fotos entstanden von 2012 bis 2020 hauptsächlich um 63225 Langen, aber auch in Worpswede, Frankfurt am Main und im Ruhrgebiet.

Ihre Wertung bitte!

Auf der Suche nach Manifestationen biochemischer Prozesse nutzt Uwe Rausch den Wald als Aservatenkammer des Organischen. Die muster–gültige Ordnung der Artefakte hingegen findet er an Schau–Plätzen einer industriellen Vergangenheit, deren unwillkürlich ästhetische Anziehungskraft er freilegt. Doch während die in einstigen Produktionsstätten gespeicherte Technologiegeschichte die Ergebnisse menschlicher Einfallskraft festhält, ergibt die Bestandsaufnahme der gewachsenen Umgebung eine Enzyklopädie verlangsamter Prozesse. Ereignisse in Aspik machen den sich dem unbewaffneten Auge entziehenden Moment namens Fast–schon–da sichtbar. Falten, Schleier, Schlieren, Wirbel und Kaskaden lassen ahnen, wie wurde was beinahe oder gerade noch ist. Geschehen ist im Begriff zu geschehen. Der chronisch flüchtige Augenblick dauert so lang wie ein Tropfen braucht, um von der Feder zu perlen, Wasser zu gurgeln, Holz zu versteinern und Stein zu zerfallen. Kurz: Unabhängig von der Geschwindigkeit der fotografisch gelierten Bewegung sieht die Kamera, was du nicht siehst: Blatt und Blase, Schaum und Strahlen sowie dramatische Begegnungen beweglicher mit unbeweglicher Materie, sei es hartes Wasser und erweichte Steine oder Spinnennetze, die einspannen, was sich ihnen in den Weg stellt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.