Heimaturlaub 1934 – Eindrücke des deutschen Auslandskorrespondenten Hans Tröbst 2.7/5 (10)

Eindrücke des deutschen Auslandskorrespondenten Hans Tröbst

Wir nannten den Nationalsozialismus die „Weltanschauung der im Leben zu kurz Gekommenen.“

Vorbemerkung: Ich lebe seit 1920 im Ausland und habe Deutschland das letzte Mal vor etwa zwei Jahren unter dem kurzen „Regime Schleicher“ gesehen. Seitdem kannte ich Deutschland nur aus den Darstellungen der Emigranten-Presse, der durchweg deutschfeindlich eingestellten Auslandspresse und den ins Ausland gelangenden reichsdeutschen Blättern. Um mir ein klares Bild über die wirkliche Lage in der Heimat zu machen, bin ich soeben vier Wochen in Deutschland herumgereist und habe mich – um die wahre Stimmung zu erforschen – in erster Linie unter jene Kreise begeben, die der Theaterzettel mit dem schlichten Worte „Volk“ abzutun pflegte. D.h. ich habe mich mit Kellnern, Chauffeuren, Friseuren, Arbeitern, Arbeitslosen, kleinen Angestellten etc. etc. beim Bier bekannt gemacht, bin aber auch mit allen anderen Schichten und Kreisen in Berührung gekommen, habe mit Reichswehroffizieren, Ärzten, Anwälten, Juristen, Journalisten und Kaufleuten eingehend gesprochen und versucht leidenschaftslos mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenen Ohren zu hören, um mir ein wirkliches Bild der Lage in der Heimat machen zu können. Das Gesamtergebnis meiner Eindrücke und Beobachtungen habe ich in dem folgenden Bericht sine ira et studio zusammengefasst.


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